Rebsortenübersicht

Die bedeutendste deutsche Rebsorte ist die weiße Riesling-Traube – sie steht heute unangefochten an der Spitze der hiesigen Weinbaustatistik.

Die wichtigsten Traubensorten in Deutschland

Rote Rebsorten

  • Spätburgunder (Pinot Noir)
  • Dornfelder
  • Portugieser


Weiße Rebsorten

  • Riesling
  • Müller-Thurgau (Rivaner)
  • Silvaner
  • Grauburgunder
  • Weißburgunder

 

Wissenswertes zu unseren Rebsorten

 

Chardonnay

Weltweit sind ca. 140.000 Hektar mit Chardonnay bestockt. Die Rebsorte ist eine der drei Rebsorten für Champagner und ist sortenrein in jedem Chablis ausgebaut. Der Duft erinnert an reife Äpfel mit nussigen Aromen. Auf nahezu jedem Boden kann der Chardonnay frische, fruchtige Weine mit guter Lagerfähigkeit hervorbringen. Er kann durchaus auch von Barrique-Ausbau profitieren. Heimat ist das Burgund, heute wird die Rebsorte aber in fast jedem Weinbauland angebaut. Wichtigstes Synonym ist „Morillon“, wie die Traube in der Südsteiermark genannt wird.

 

Dornfelder

Dornfelder heißt die Erfolgsstory des deutschen Weinbaus. 1956 in Weinsberg gezüchtet, erlebte sie in den 90er-Jahren einen Boom und war buchstäblich in aller Munde. Inzwischen sind mehr als 8.000 Hektar in Deutschland damit bestockt. Ursprünglich wurde die Rebsorte als Deckrotwein gezüchtet und sollte helleren Weinen mehr Farbe verleihen. Heute wird sie vielfach völlig zu Unrecht als Massenwein abgetan. Denn Dornfelder ergibt stoffige und dichte Weine mit voluminöser Frucht, die sich auch gut für Barrique-Ausbau eignen. Tipp: Fragen Sie im Herbst nach Dornfelder-Trauben.

 

Gewürztraminer

Der säurearme Gewürztraminer zeichnet sich durch intensive Aromen nach Rosen, Litschi und Blüten aus. Er ist hervorragend für liebliche Weine geeignet, wird zunehmend mit großem Erfolg auch trocken ausgebaut. In Deutschland sind ca. 800 Hektar bestockt, größere Verbreitung findet er auch in Kalifornien und im Elsass, wo die Rebsorte für das „Grand Cru Alsace“ zugelassen ist, sowie in Österreich, Australien und Italien. Aus Südtirol stammt auch der Name, der sich von der Stadt Tramin ableiten soll.

 

Grauburgunder/Pinot Grigio

Je nach Anbaugebiet und Weintyp wird die Rebsorte Pinot Gris, Pinot Grigio, Grauburgunder oder Ruländer genannt. Sie stammt aus dem französischen Burgund und ist ein Abkömmling der roten Pinot-Noir-Traube.

 

Müller-Thurgau

Als Prof. Müller aus dem schweizer Kanton Thurgau 1882 den Müller-Thurgau kreuzte, war sie eine der ersten erfolgreichen Neuzüchtungen in Deutschland. Inzwischen nimmt die Rebsorte, die auch unter dem Synonym „Rivaner“ bekannt ist, mehr als 42.000 Hektar weltweit ein, einst war sie die Hauptrebsorte im jungen Weinbauland Neuseeland. Das blumige, würzige Aroma des Weins verleitet zu mehr… Warum auch nicht? Der leichte Alkoholgehalt lädt dazu ein, im Sommer ein Glas mehr zu genießen. Unser Tipp: trinken Sie die Weine möglichst im Jahr nach der Ernte. Nur so macht er richtig viel Spaß!

 

Portugieser

Anders als der Name vermuten lässt, stammt die rote Portugieser-Traube wahrscheinlich nicht aus Portugal, sondern aus Österreich oder Südosteuropa, wo sie bis heute erfolgreich angebaut wird. In Österreich ist die Rebe insbesondere in den niederösterreichischen Anbaugebieten Weinviertel und Thermenregion zu finden. Im 19. Jahrhundert gelangte die Portugieser-Traube auch nach Deutschland und war hier aufgrund ihrer Ertragssicherheit und Genügsamkeit bei den Winzern sofort beliebt. Heute wird sie vor allem in Rheinhessen und der Pfalz sowie an Ahr und Nahe kultiviert. Aus Portugieser-Trauben werden meist süffige, unkomplizierte Konsumweine hergestellt, doch kann die Rebe bei strikter Ertragsbegrenzung und sorgfältiger Weinbereitung auch sehr viel dichtere und gehaltvollere Tropfen hervorbringen. Neben Rotwein wird aus Portugieser auch sehr schöner Rosé bzw. Weißherbst produziert. Die sortentypischen Aromen der Traube erinnern an Erdbeeren, Himbeeren und rote Johannisbeeren, zuweilen auch an weißen Pfeffer.

 

Riesling

Riesling gilt als eine der edelsten weißen Rebsorten der Welt und wird sogar oft als Königin der weißen Reben bezeichnet. Ihre Weine bestechen durch ihren fruchtbetonten Charakter, der häufig durch mineralische Geschmacksnoten ergänzt wird, sowie durch ihre angenehme und weinige Säure, durch die sie rassig und elegant wirken. Riesling-Weine sind unglaublich vielseitig: Ihr Spektrum leicht von trockenen, leichten Tropfen bis hin zu intensiven, körperreichen Süßweinen. Geradezu legendär ist die Vielfalt ihrer Fruchtaromen, die von knackig-grünem Apfel über Pfirsich und Aprikose bis hin zu Limetten und anderen tropischen Früchten reicht. Auch die Aromen des Terroirs, auf dem sie kultiviert wurden, bringen sie in hervorragender Weise in Form ausgeprägter mineralischer Noten zum Ausdruck. Nach längerer Flaschenreife treten außerdem würzige Aromen wie Honig und Petroleum hinzu. Die Rebsorte ergibt in kühlen Anbauzonen weltweit feine Weine; die wichtigsten Regionen sind die deutschen Anbaugebiete sowie das Elsass, Österreich und einige Weinbauregionen Australiens.

 

Sauvignon Blanc

Unter den internationalen Edelreben ist Sauvignon Blanc weltweit die zweitwichtigste weiße Sorte; nur die Chardonnay-Traube ist noch erfolgreicher. Ausgehend von Frankreich – und hier insbesondere von der Loire und dem Bordeaux-Gebiet – hat sich Sauvignon Blanc ab den späten 1960er-Jahren diesen herausgehobenen „Platz“ erobert. Die Sorte bringt charaktervolle, säurebetonte Weine mit ausgeprägter Aromatik hervor, die aufgrund ihrer Frische und Fruchtigkeit bei vielen Weinfreunden sehr beliebt sind.

 

Scheurebe

Georg Scheu züchtete eine der erfolgreichsten deutschen Neuzüchtungen, als er 1916 Riesling mit Silvaner kreuzte. Das Ergebnis ist eine weiße Rebsorte, die vor allem in Rheinhessen und der Pfalz zu finden ist. Kenner schätzen sie für ihre würzige Aromatik von Cassis, reifen gelben Früchten und leichten Muskatnoten. Meist werden die Weine lieblich und süß ausgebaut, aber auch hervorragende trockene Weine sind zu finden, die in ihrem Charakter einem Sauvignon Blanc nahe kommen.

 

Silvaner

Silvaner ist eine alte Rebsorte mit Ursprung in Transsylvanien. Alte Rebsorten haben viele Synonyme, was beim Silvaner besonders interessant ist: Bis vor wenigen Jahrzehnten nannten evangelische Winzer ihn „Franke“, katholische Winzer „Johannisberger“. Für trockene Weine wird häufig die Bezeichnung „Grüner Silvaner“ verwendet. Lange Zeit war sie die wichtigste Deutsche Rebsorte, heute sind etwa 5.000 Hektar damit bestockt. Im Anbau stellt er hohe Ansprüche an die Lage und den Winzer, die Arbeit wird mit einem feinen dezenten Duft und einer milden Säure belohnt. Ein hervorragender Begleiter zur leichten Sommerküche.

 

Spätburgunder/Pinot Noir

Die rote Rebsorte Pinot Noir gilt als eine der edelsten und feinsten Varietäten der Welt. Die elegante Traube, die in Deutschland meist Spätburgunder genannt wird, hat sich vor allem als Basisrebsorte der berühmten roten Burgunderweine einen erstklassigen Namen gemacht.

 

Weißburgunder/Pinot Blanc

Weißburgunder wird vor allem in Deutschland, Frankreich, Österreich und Italien angebaut, zum Teil unter den Synonymen Pinot Blanc oder Pinot Bianco. Entstanden ist er aus einer Mutation aus dem Grauburgunder, der seinerseits aus dem Spätburgunder entstanden ist. In südlichen, zu warmen Weinbauländern fehlt ihm oft die Säure, oft wurde er dann in den letzten Jahren durch den Chardonnay ersetzt. In den nördlicheren Gebieten ergeben sich Weine mit frischer Säure und fruchtig-nussiger Aromatik mit einem schlanken, eleganten Körper.

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